Brandklassen A–F erklärt: Welches Löschmittel bei welchem Feuer

Aktualisiert: November 2026 Kategorie: Feuersicherheit | Lesezeit: ca. 6 Minuten

Jedes Feuer ist anders - und das falsche Löschmittel macht es schlimmer. Wasser auf brennendes Fett erzeugt einen Feuerball, Pulver auf brennendes Metall kann die Reaktion verschärfen. Die Brandklassen A bis F sind deshalb keine Behörden-Details, sondern die wichtigste Kaufentscheidung beim Feuerlöscher. Hier ist die komplette Übersicht - verständlich, mit konkreter Empfehlung für Haushalt, Küche und Outdoor.

Häufigster Fehler: „Ein Löscher für alles" gibt es nicht. ABF-Schaum deckt rund 95 % des Haushalts ab - aber nicht Gasflaschen (Klasse C) und nicht brennende Metalle (Klasse D).

Die Brandklassen im Überblick

  • Klasse A - feste, glutbildende Stoffe: Holz, Papier, Pappe, Textilien, Stroh. Löschen durch Abkühlen; Wasser und Schaum sind ideal. Typische Fälle: Weihnachtsbaum, Bücherregal, Lagerfeuer-Reste.
  • Klasse B - flüssige, schmelzende Stoffe: Benzin, Öle und Lacke, Wachs, schmelzendes Plastik. Löschen durch Sauerstoffentzug (Schaum, CO2). Wasser streut die brennende Flüssigkeit und vergrößert den Brand.
  • Klasse C - Gase: Butan, Propan, Erdgas. Entscheidend: Erst die Gaszufuhr stoppen (Ventil schließen), dann löschen. Ein brennendes Gasleck ohne Zufuhr ist keine Gefahr mehr - ein gelöschtes Gasleck mit offener Zufuhr ist eine unsichtbare Bombe.
  • Klasse D - Metalle: Magnesium, Titan, Aluminium-Späne, Natrium (Werkstatt, Modellbau, Feuerwerk). Brennen extrem heiß; Wasser und CO2 verschärfen die Reaktion. Nur Metallbrand-Löscher oder trockener Sand.
  • Klasse F - Speiseöle und -fette: Pfanne, Fritteuse, Fondue. Nur Fettbrand-Löscher (ABF-Schaum) sind geprüft; bei kleinen Entstehungsbränden Deckel oder Löschdecke. Warum Wasser hier explodiert: Fettbrand löschen.
  • „Klasse E" existiert nicht: Elektrische Brände sind kein eigener Löschtyp - entscheidend ist, ob das Gerät noch unter Spannung steht. Solange ja: nur Löschmittel verwenden, die dafür geprüft sind (geprüfter AB-Schaum bis 1000 V, CO2 generell). Danach zählt A oder B.

Der richtige Löscher für Zuhause und Outdoor

Haushalt und Küche: ABF-Schaum (6 Liter)

Der Allrounder für Wohnung, Haus und Küche: 6-Liter-Schaumlöscher ABF, DIN EN 3 (Amazon). Deckt Klasse A, B und F ab und hinterlässt weniger Folgeschaden als Pulver. Ergänzend die Löschdecke DIN EN 1869 (Amazon) direkt neben dem Herd für Pfannen-Entstehungsbrände.

Outdoor, Campingkocher und Grill

Am Campingkocher und Grill genügen Aufmerksamkeit und das Deckel-Prinzip; als Löschreserve taugen Sand und Deckel. Sinnvoll ist ein kleiner ABF-Löscher im Kofferraum - Fahrzeugbrände sind meist Klasse A oder B. Die Gas-Sicherheit rund um Kartuschen behandelt der Gaskartuschen-Guide.

Werkstatt und Hobbys mit Metall

Wer Magnesium, Aluminium oder Feuerwerk bearbeitet, braucht zusätzlich einen Klasse-D-Metallbrand-Löscher - normale Löscher verschärfen solche Brände.

Brandschutz gehört in den Notvorrat

Im Krisenfall steigt das Brandrisiko: Kerzen, Kocher, improvisierte Öfen. Der Notvorrat-Leitfaden listet Brandschutz deshalb neben Wasser und Vorräten; die Frühwarnung deckt unser Rauchmelder-Test ab.

Häufige Fragen

Welche Brandklassen gibt es?

A (feste Stoffe), B (flüssige Stoffe), C (Gase), D (Metalle), F (Speiseöle/-fette). Klasse E existiert nicht - elektrische Brände zählen je nach Spannungszustand zu A oder B.

Darf man einen Elektrobrand mit Wasser löschen?

Nein - zuerst Strom abschalten. Wasser und normaler Schaum leiten Strom. Ist die Spannung sicher weg, gilt Klasse A oder B.

Welcher Löscher für die Küche?

Ein 6-Liter-ABF-Schaumlöscher: einziges geprüftes Mittel gegen Fettbrand, deckt zugleich A und B ab.

Werbung / Affiliate-Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links (Amazon). Beim Kauf über einen solchen Link erhalten wir ggf. eine Provision - ohne Mehrkosten für dich. Alle Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

ABF-Schaumlöscher bei Amazon ansehen Weiterlesen: Feuerlöscher & Löschdecke im Test Weiterlesen: Fettbrand richtig löschen
Verbindung zur Vorsorge: Bei Stromausfall nutzen viele improvisierte Heiz- und Kochquellen - die CO-Gefahren stehen im Guide Teelichtofen & CO-Gefahr.